Ein Ping ertönt. Ein Blick auf das Handy und die Push-Benachrichtigung der Bildschirmzeit-Statistik erscheint: Die durchschnittliche Bildschirmzeit der letzten Woche beträgt täglich 4 Stunden und 40 Minuten. Zu viel für das eigene Befinden. Das Handy weniger nutzen, wäre nicht schlecht, aber wie?
Stress mit dem Handy
Smartphones sind heutzutage aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Laut dem Statista Research Department können sich nicht einmal ein Drittel der Österreicher ein Leben ohne Handy vorstellen. Für viele beginnt bereits der Tag mit einem Blick auf das mobile Gerät. Über den Tag hinweg wird das Smartphone im Schnitt etwa 20 Mal nach versäumten Anrufen, neuen Nachrichten, E-Mails, Status-Updates und Ähnlichem überprüft. Das kostet nicht nur Zeit, das kann auch anstrengend sein. Denn mehrmals stündlich werden wir durch das nächste „Ping“ am Handy von der Tätigkeit unterbrochen, die wir gerade ausführen. Dadurch springt unsere Aufmerksamkeit ständig hin und her – was zu Konzentrationsschwierigkeiten und Stress führt.
Langfristig gesehen fällt es uns immer schwerer, uns für längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. Schlimmstenfalls gewöhnt sich das Gehirn so sehr an die ständigen Unterbrechungen, dass wir beginnen, uns selbst bei diversen Tätigkeiten zu unterbrechen. Ein Beispiel: Man räumt gerade die Wäsche ein, denkt sich dabei: „Ach ja, den Geschirrspüler wollte ich auch noch schnell einräumen“ und anstatt eines nach dem anderen zu machen, folgt man gleich dem Gedanken. Man unterbricht das Wäscheeinräumen und beginnt, den Geschirrspüler zu befüllen. Und springt dann wieder zurück zur Wäsche – wie wir auch zwischen dem Smartphone und anderen Tätigkeiten hin und her springen.
Achtsame Selbstanalyse
Will man einen bewussteren Umgang mit dem Smartphone und vor allem weniger Zeit online verbringen, sollte man zunächst eine kleine Selbstanalyse durchführen. Wie häufig nutzt man das Handy und für was? Nach welchem Reiz folgt der Impuls, Neuigkeiten am Handy zu checken? Ist es das ständige Eintrudeln von Nachrichten, das mich zum Handy führt oder ist es womöglich Langeweile in der Arbeit, das Nicht-aufstehen-wollen in der Früh und die Flucht in witzige Videos, weil man gerade schlecht drauf ist? Was genau sind die Auslöser? Wenn man diese identifiziert, ist es anschließend einfacher, gegenzusteuern und sein Verhalten zu ändern. Es geht insgesamt um einen bewussteren Umgang. Generell ist nichts dabei, wenn man eine Stunde am Handy spielt oder vielleicht noch länger in den sozialen Netzwerken verbringt. Aber man sollte es nicht nebenbei machen, sondern sich bewusst dafür entscheiden. Dadurch fühlt man sich nicht so ausgeliefert. Man behält die Kontrolle über seine Zeit.
Tipps, um das Handy weniger zu nutzen
- Die eigene Nutzung hinterfragen: Machen Sie sich Ihr eigenes Verhalten bewusst, um es dann ändern zu können.
- Grenzen setzen: Legen Sie für sich fest, wie viel Zeit Sie täglich für Social Media, spielen und Co. einplanen wollen und halten Sie sich an diesen Zeitplan.
- Push-Nachrichten abstellen: Man kann bei sämtlichen Apps (auch bei WhatsApp oder den E-Mails) die Benachrichtigungen ausschalten. So sieht man neue Mitteilungen erst, wenn man aktiv die App anklickt und damit wird man weniger oft aus seinen Tätigkeiten herausgerissen und kann selbst steuern, wann man alle neuen Nachrichten lesen will.
- Apps ausmisten: Brauchen Sie wirklich alle Apps auf Ihrem Smartphone, die Sie daran erinnern, etwas zu tun oder etwas eintragen und posten zu müssen? Digital ausmisten kann Erleichterung bringen.
- Nachrichten auf einmal konsumieren: Sind die Push-Benachrichtigungen deaktiviert, kann man sich dem E-Mail-Lesen und dem Lesen von anderen Informationen geblockt widmen. Das spart Zeit und reißt einen wiederum nicht ständig aus dem Tun heraus.
- Handy freie Zeit: Sich bewusst am Abend für eine Uhrzeit zu entscheiden, ab der man das Handy vollkommen weglegt, kann sehr befreiend sein. Ab beispielsweise 20 Uhr ist man einfach nicht mehr erreichbar. Um selbst nicht in Versuchung zu kommen, kann man das Smartphone auf Flugmodus schalten und weglegen bzw. wegsperren. Auch komplett Handy freie Tage wie am Wochenende machen sich bezahlt – man kommt einfach viel besser zur Ruhe und in die Entspannung.
- Schlafzimmer-Verbot: Das Handy sollte man nicht beim Bett liegen haben. So kommt man in der Früh und am Abend gar nicht in die Versuchung, mit dem Handy aufzustehen und schlafenzugehen. Der gute alte Wecker ersetzt auch hier die Handyfunktion, damit das Smartphone während des Schlafs im Wohnzimmer bleiben kann.
- Handy-Safe: Wenn gar nichts mehr hilft, dann das: Mittlerweile gibt es kleine Handysafes zu kaufen, in verschiedensten Ausführungen - auch mit Zeitschloss. So kann man das Handy wegsperren, eine Zeitspanne am Safe programmieren und erst mit Ablauf der Zeitspanne öffnet sich der Safe wieder.
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